Milliardär werden – Gilded Age, die Geschichte wiederholt sich

By on Juni 2, 2015
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Milliardär werden; dieses Ziel haben viele. Weltweit gibt es bereits mehr als 1500 Milliardäre und es werden ständig mehr. Erleben wir eine zweite Gilded Age?

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Vier Jahrzehnte kontinuierlicher Vermögensaufbau…

Die vergangenen 35 Jahre waren von einer fast einmaligen Epoche der Vermögensbildung gezeichnet, in denen die mehr als 1500 Milliardäre weltweit über $3.6 Trilliarden Dollar ansammeln konnten. Einzig das erste „vergoldete Zeitalter“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist in diesem Zusammenhang annähernd vergleichbar. Damals wurden große Reichtümer durch die industrielle Revolution im Stahl-, Automobil oder Energiesektor gebildet.

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Den meisten Reichtum haben heute US und europäische Entrepreneurs in den Technologie- und Finanzbranchen gemacht. Asiens und Superreiche aus anderen Entwicklungsmärkten hingegen kommen hauptsächlich aus der Industrie, Konsumgüterbranche und auch aus dem Immobiliensektor. Sie waren oft die ersten welche die unglaublichen Chancen aus der Transformation ehemals verschlafener Ökonomien und der zunehmenden Globalisierung erkannt haben und diese dann auch konsequent genützt haben.
Geholfen hat ihnen dabei freilich der globale Trend steigender Finanz- und Immobilienmärkte, welcher sich in den letzten zwei Dekaden noch zusätzlich beschleunigt hat.

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Milliardär werden: Wie geht es weiter?

Entgegen der Meinung vieler Kommentatoren ist nicht anzunehmen dass sich dieses „zweite vergoldete Zeitalter“ ewig fortsetzen wird, sondern ganz im Gegenteil, eine Gegenbewegung einsetzen sollte, welche die zunehmende Vermögensungleichheiten reduzieren wird.

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Genau so wie Wirtschaften in regelmäßigen Zyklen wachsen, so werden auch die Möglichkeiten die es einigen ermöglicht haben ungeahnte Reichtümer in den letzten Jahrzehnten aufzubauen, zu Ende gehen.

Gesellschaftliche Entwicklungen, Steuern, Transfers an sozial Schwächere, Deflation in den verschiedenen Vermögensklassen und geopolitische Konflikte werden wahrscheinlich die Kapitalakkumulation in Zukunft wesentlich schwieriger machen.

So gibt es heute schon weltweit 40 bewaffnete Konflikte, seien es kriegerische Auseinandersetzungen, Bürgerkriege oder „nur“ bewaffnete Dispute.

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Die letzte längere Phase der Kapitalakkumulation in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ging zum Beispiel in eine wesentlich stärker durch den Staat beeinflusste Wirtschaftsstruktur über, wo große staatlich- gelenkte Unternehmen die meisten Märkte dominierten und auch kontrollierten. Diese Phase hielt bis in die 80er an und machte es für kreative Entrepreneurs ungleich schwerer mit neuen Lösungen am Markt zu reüssieren.

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Milliardär werden: Die Phase des Vermögensaufbaus

Self-Made Milliardäre starten ihre ersten Unternehmungen und Ihren Vermögensaufbau schon im jungen Alter, obwohl die meisten erst in ihren 40ern zum erlesenen Kreis der Superreichen aufsteigen. 23% starten ihr erstes Unternehmen vor ihrem dreißigsten Geburtstag, während 68% es vor dem Vierzigsten machen.
Interessanterweise hat rund die Hälfte von ihnen davor in einem Großbetrieb gearbeitet. Entgegen dem gängigen Klischee haben auch 82% der Milliardäre mindestens einen Hochschulabschluss.
Was sie aber grundsätzlich unterscheidet und erfolgreich gemacht hat, ist ihre Persönlichkeit.

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Milliardär werden: Drei Merkmale der Milliardäre

  • Appetit auf intelligentes Risiko
  • Fokus
  • Entschlossenheit

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Einige von ihnen sind außerordentlich erfolgreich dabei neue Unternehmungen aus der Taufe zu heben, gleichzeitig dafür aber weniger gut vorbereitet bereits existierende Unternehmen zu verwalten und auszubauen. Darum müssen solche Milliardäre oft mit anderen starken Partnern zusammenarbeiten.
Andere wiederum erkennen Nischen, besetzen diese und breiten sich später in andere Bereiche aus.

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Immer mehr Milliardäre werden in Zukunft aus dem asiatischen Raum kommen

Zu welchem Typus auch immer der Milliardär zählt, generell hat das schnelle Wachstum der Konsumentenmärkte in den asiatischen und anderen Entwicklungsmärkten viel zur Entstehung dieser Vermögenskonzentration in den letzten 20 Jahren beigetragen. Es ist davon auszugehen dass es auch hier zu einer Verlangsamung dieser Entwicklung kommen dürfte, was wiederum die Möglichkeiten für aggressive und innovative Entrepreneurs erheblich reduzieren sollte.

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Milliardär werden: Die Nachfolge

Wenn Self-Made Milliardäre altern müssen sie entscheiden was mit ihrem Vermögen passieren soll.

Beinahe 70% der Milliardäre sind heute über 60 Jahre alt und müssen daher Vorsorge leisten dass der Besitz auch in ihrem Sinne für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Dabei spielt natürlich die eigene Familie eine wichtige Rolle. Aber auch karitative Zwecke sind hier nicht zu vernachlässigen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist Bill Gates „Giving Pledge“ wo mehr als 100 Milliardäre sich verpflichtet haben über 50% ihre Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Ähnliche Entwicklungen sah man bereits gegen Ende des ersten „vergoldeten Zeitalters“ wo so einflussreiche Familien wie die Carnegies oder Rockerfeller einen Großteil ihres Besitztums für soziale Zwecke, Bildungseinrichtungen oder die Kunst spendeten. Generell lässt sich historisch feststellen dass Vermögen bei der Übergabe von einer Generation zur nächsten, tendenziell verwässert und auch teilweise zerstört wird. Zudem gibt es heutzutage in einige der wichtigsten Ökonomien der Welt Tendenzen die Übergaben über Erbschafts- und Vermögenssteuern weniger attraktiv zu machen.

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Milliardär werden: Baldige Trendwende?

Es ist also entgegen landläufiger Meinungen, die so oft über die Medien verbreitet werden, davon auszugehen, dass die extreme Vermögenskonzentration welche wir in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, sich dem Ende neigt.
Einige Faktoren wie die Abschwächung der globalen Wachtumsaussichten, lauter werdende Stimmen Vermögen stärker zu besteuern, zunehmende kriegerische Auseinandersetzungen und eine zu erwartende Gegenbewegung zur starken Inflation in den Kapital- und Immobilien-Märkten der letzten Dekaden, sprechen ganz klar für ein baldiges Ende der Gilded Age. Dies könnte für so manchen Milliardär bitter sein, gesamt gesehen für die Gesellschaft aber durchaus positiv.

Bildquelle: shutterstock.com / Hong Kong von leungchopan

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