Beim Traden hat das Modell über die steigenden und fallen Märkte von Charles Dow bis heute seinen Platz verdient und gilt als einer der essentiellen Grundsteine. Im Jahr 1884 gelang es Dow, den ersten Aktienindex zu präsentieren. Dieser Index bestand aus 11 verschiedenen Aktien. Im späteren Verlauf bastelte er an weiteren Projekten, entwarf Indizes und publizierte eine eigene Artikelserie. Als Mitgründer des Wall Street Journals sprach er darin über das Verhalten des Aktienmarktes. Er veröffentlichte in seinem Leben zwar nie ein eigenes Buch über die Theorie der Charttechnik, dennoch gelten seine Ideen und Theorien als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Chart- und Markttechnik. Diese technische Analyse hat auch noch heute bestand und daher ist Dow bis heute einer der wichtigsten Theoretiker über die technische Analyse der Charttechnik.

 

Charles Dow im Portrait – Thesen und Modelle

Charles Henry Dow war als Wirtschaftswissenschaftler und populärer Journalist zu Lebzeiten ein Grund dafür, dass die Börse heute ist, wie sie ist. Er wurde im Jahr 1851 in Connecticut geboren. Gemeinsam mit Edward Jones gründete er im Jahr 1882 die Dow Jones Company und gab einen Börsenbrief heraus. Im späteren Verlauf wurde dieser zum Wall Street Journal. In Zeiten wo das Internet noch nicht existierte, war die Eisenbahnindustrie ein essentieller Zweig für die Wirtschaft.

Charles Henry Dow (Quelle: shutterstock.com/Everett Historical)

Der erste von ihm veröffentlichte Index schaffte zwei Gesellschaften, was im Vergleich zu den neun Eisenbahnunternehmen beileibe nicht viel war. Um die gesamte Thematik zur damaligen Zeit berechnen zu können, nahm er sich die Schlusskurse seiner elf Aktien und verwendete davon den Durchschnitt als Indikator. Dow entschloss sich folglich seinen eigenen Weg zu gehen und er tangierte sich nicht an der Meinung von Außenstehenden. 13 Jahre lang ging er diesen Weg und war der festen Meinung, dass der Durchschnitt ein guter Wert für den Zustand einer Wirtschaft sei.

1897 stellte er eine erneute These auf. Er entschied sich dafür, dass zwei Indikatoren eine bessere Aussagekraft für die Ökonomie eines Landes hätten. Im Jahr 1902 starb Charles Henry Dow schlussendlich. Seine neuerlich aufgestellte These und die Indizes haben jedoch heute noch bestand und aus diesem Grund gilt Dow als einer der bedeutendsten Entwickler für die Börse. Die einzigen Veränderungen fanden in den Jahren bis 1929 statt. Dort wurde das Wallstreet Journal aktiv und ließ die Anzahl der Werte auf 30 steigen. Zudem wurde der Versorger-Index in den Dow Jones Industrial Index integriert. Heutzutage ist der Dow Jones das Börsenbarometer schlechthin und gilt als Indikator für die gesamte Weltwirtschaft.

 

Die Grundlegenden Aussagen der Charles Dow Theorie

Die vorgestellten Modelle und Theorien von Charles Dow sind heutzutage in einer Reihe von verschiedenen Büchern aufgeführt und Thema. Bereits ein Jahr nach dem Tod von Dow erschien ein erstes Buch. Bis heute folgten zahlreiche weitere. Im Grunde lassen sich von den grundlegenden Theorien sechs wichtige Aussagen von Dow herausstellen.

Abzinsung ein durchgehendes Thema

Im Chart ist alles vom Grundgedanke des verstorbenen Dow enthalten. Das gesamte Grundprinzip der technischen Analyse steckt im Chart drin. Um einen Kurs zu berechnen, gibt es wesentliche Faktoren die innerhalb von nur kurzer Zeit integriert werden. Hierzu gehören die Meinungen der Marktteilnehmer. Diese sind mitentscheidend und beziehen sich auf vergangenes, die Gegenwart und auch die Zukunft spielt in den Planungen bereits eine Rolle. Darüber hinaus ist Insiderwissen ebenfalls ein Indikator und kann für Kursanpassungen sorgen. Naturkatastrophen, Terror oder andere unvorhersehbare Ereignisse spielen bei Anpreisung ebenfalls eine Rolle.

 

Drei erkennbare Trends bestimmen den aktiven Markt

Eines der vorgestellten Modelle von Charles Dow sind Trends. Eine Trendlinie ist anhand von steigenden oder fallenden Mustern erkennbar und sorgt in der graphischen Darstellung für Hoch- und Tiefpunkte.

Auf dem Markt gibt es mittlerweile drei verschiedene Trendarten, die Dow auf seine ganz eigene Art und Weise definierte. So sprach er im Zusammenhang dieser Trends von dem Verhalten des Wassers im Meer. Bei dem primären Trend kann man erkennen, in welche Richtung die Trendlinie künftig verlaufen wird. Dow sprach bei diesem Trend von Ebbe und Flut und hat damit absolut Recht. In einem Zeitraum von einem bis hin zu mehreren Jahren war er für Dow das Wichtigste und dieser Primärtrend fesselte ihn. Eine etwas wichtigere Aufgabe erhält laut Dow der sekundäre Trend, der für Wellen steht und für größere Veränderungen in einem Zeitraum von maximal 3 Monaten steht.  Dow bezeichnete den tertiären Trend als unbedeutend und verglich ihn mit Wellen, die nur minimalen Veränderungen unterliegen. Hierbei liegt der Zeitraum bei weniger als drei Wochen.

 

Die drei Phasen des Primärtrends

Charles Dow war es, der im Primärtrend drei Phasen erkannte:

Die erste dieser Phasen war die Akkumulationsphase. Hierbei kaufen Investoren Aktien besonders preiswert ein. Ein prägendes Beispiel ist beispielsweise der Kauf von Aktien am Ende eines wirtschaftlichen Abschwungs. Zu diesem Zeitpunkt sich die Negativfaktoren klar definiert und den Teilnehmern bekannt.

Die zweite Phase ist die der öffentlichen Beteiligung. Während dieser Zeitspanne verbessert sich die Lage der Nachrichten beispielsweise bei einem Aufschwung. In diesem Zeitraum sehen die Teilnehmer sehr viel Positives. Insbesondere Trendfolger steigen während der zweiten Phase besonders gerne ein.

Die dritte und letzte Phase des Primärtrends wird als Distribution bezeichnet. Hierbei beginnen die passiven wie auch die aktiven Marktteilnehmer stimmungsmäßig in Euphorie zu schwelgen. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand. Ein hohes wirtschaftliches Wachstum in Kombination mit starken Gewinnmagen stellen den Punkt dar, an dem es Zeit wird, die Aktien zu verkaufen und aus dem Markt auszusteigen.  Vereinfacht wird der Ausstieg aufgrund der Tatsache, dass die Massen einsteigen möchten.

 

Bestätigung von Indizes muss erst bewiesen werden

Die Aussage, dass sich Indizes erst bestätigen müssen, bezieht sich auf den Bereich der Industrie und Eisenbahn. Charles Dow vertrat den Standpunkt, dass der Ausruf eines allgemeinen Bären- oder Bullenmarkt nur dann ausgerufen werden sollte, wenn beide Indizes in zeitnahen Abständen das gleiche Signal geben.

Trend muss vom Volumen bestätigt werden

Eine der wichtigsten Aussagen von Dow war die folgende: „Das Volumen muss den Trend bestätigen“. Im Umkehrschluss bedeutet dies nur, dass die Richtung des Umsatzes in die vom primären Trend ansteigen muss. Ist der primäre Trend im Aufwärtstrend, so sollten die Umsätze ebenfalls ansteigen und einen klaren Aufwärtstrend zeigen. Das gleiche gilt, wenn der Trend fällt. Folglich müsste der Umsatz ebenfalls stagnieren oder sich sogar rückläufig entwickeln. Kann dieser Indikator nicht bestätigt werden, so muss man Ihn laut Dow hinterfragen. Das Volumen war für Dow zwar lediglich ein sekundärer Indikator, doch er schenkte diesem eine beachtliche Beachtung und es tangierte ihn in jedem Fall.

Ein Trend gilt bis zur definitiven Umkehr

In der Dow-Theorie ist dieser Punkt in jedem Fall der schwierigste und komplexeste. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass ein Trend anhält, bis er sich endgültig dreht. Dies würde dem physikalischen Prinzip der Trägheit entsprechen. Manchmal ist dies allerdings nicht der Fall und auch dies gilt es letztendlich zu hinterfragen.

 

Weitere wissenswerte Details aus der Dow Theorie

Für Charles Dow waren ausschließlich die Kurse entscheidend und relevant für seine entwickelte Analyse. Dagegen hatten Intraday-Schwankungen für ihn persönlich keine nennenswerte Relevanz. Entscheidend war für ihn lediglich, der Schlusskurs eines jeden Handelstages und folglich konnten auch nur diese Schlusskurse ein Signal darüber ausgeben, wie der Handelstag war.

Trader werden jetzt vermutlich zweimal lesen und total überrascht sein, aber Dow wollte Kurse nicht prognostizieren. Er war ein Denker und Lenker und ihn persönlich interessierten die Kurse nur, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft abzulesen und vorauszusagen.

Der folgende Punkt war damals essentiell und eine der wichtigsten Fakten, die Dow entdeckte. Dow war der erste Börsenteilnehmer der die Indizes als ökonomischen Frühindikator entdeckte und zu nutzen wusste.

Heutzutage kritisieren viele Trader Dow für diese Theorie, da man Teile eines Indikators verpasse. Tatsächlich ist es so, dass die bedeutendsten Signale zu einem Zeitpunkt generiert werden, wo Hochs oder Tiefs ad acta gelegt werden.

Die Kritik ist allerdings unberechtigt, da Dows Theorie und dessen Ansatz den mittleren Hauptteil erwischen und den Großteil einer Bewegung darstellen.

 

Charles Dow – Legende und Visionär

Als Urvater der heutigen Technischen Analyse der Charttechnik ist Charles Dow einer der prägendsten Figuren im Bereich der Börse gewesen. Er war ein Visionär, Unternehmer und ein Genie wie es kein zweites gab. Er konnte aufgrund einiger Indikatoren an der Börse die wirtschaftliche Entwicklung erkennen und allein dieser Zusammenhang machte ihn zu einer Legende. Darüber hinaus hatte er bereits frühzeitig das menschliche Anlageverhalten erkannt und seine Theorien sind auch ein Grund, weshalb die Börse heute so ist wie sie ist. Völlig zu Recht trägt der wichtigste Aktienindex seinen Namen und Dow hat sich zu Lebzeiten einen Namen für die Ewigkeit erarbeitet.