Die RICHTIGE Aktienanalyse

By on März 30, 2016
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Die Aktienanalyse betrifft alle Expertisen und Recherchen, welche primär auf dem Studium des erwarteten Wertes einer Aktie basieren. In diesem Artikel präsentieren wir die bedeutendsten Grundlagen der Aktienanalyse.

Die Märkte sind im Grunde ein einfaches Konstrukt: Die Kurse können steigen, fallen oder sich seitwärts bewegen. Diese Entwicklung kann eine Vielzahl an Gründen haben für die wiederum ebenso viele Analyse-Instrumente zur Verfügung stehen.

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Fundamentale Aktienanalyse

Während bei der fundamentalen Analyse einer Aktie bzw. deren Aktiengesellschaft, die Bilanzen, die Ertragssituation, das Management und der Vorstand, die Dividendenrendite, die Umsatzentwicklung, das Marktumfeld und noch viele weitere Faktoren Berücksichtigung finden können, läuft es bei der Charttechnik wesentlich simpler ab.

Nach dem bekannten Kiss-Prinzip: „Keep it Simple Stupid“. Also statt rauchender Köpfe und viel Interpretationsspielraum, einfache und leicht nachvollziehbare Investmentstrategien,  die auch die unterschiedlichen Marktlagen mitberücksichtigen.

Ein Fundamental-Analyst vertraut hingegen einzig und alleine auf seine Bewertung. Er spricht immer eine Kaufempfehlung aus, wenn sein Erwartungswert oberhalb des momentanen Kurses liegt oder Verkaufsempfehlungen wenn darunter. Diese sture Sichtweise der fundamentalen Analyse kann durchaus wie die Vergangenheit oft gezeigt hat, problematisch sein. Denn obwohl die Aktie theoretisch unterbewertet sein kann, ist es möglich dass gleichzeitig der Markt und damit die Aktie fallen. Was kann man in so einer Situation tun?

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Aktie ist jetzt noch billiger…

Aus fundamentaler Sicht und unter der Annahme, dass sich nichts gravierendes Verändert hat, ist die Aktie jetzt ja noch billiger als zuvor, was gleichbedeutend mit einem noch stärkeren Kaufsignal ist. In Bärenmärkte kann dies extrem schmerzhaft sein, da der Investor im Endeffekt kein klar definiertes Ausstiegssignal kennt und in solchen Phasen trotz theoretisch besten Aussichten teilweise horrende Verluste akkumuliert.

Diese, möglicherweise, rational nicht ganz nachvollziehbare Bewegung kann unter Umständen rein massenpsychologische Ursachen haben. Denn die Börse ist auf keinen Fall immer zu 100% rational, sondern Emotionen spielen hier eine ganz wichtige, manche meinen gar die wichtigste Rolle. Denn die Kurse reflektieren niemals eine vollkommen rationale Erwartungshaltung, sondern die Stimmungen von Millionen Anlegern rund um den Erdball.

Und hier spielen Ängste, Bedürfnisse und die Gier eine mindestens genau so bedeutende Rolle wie die Gewinne, der Verschuldungsgrad und die Erwartungen des Managements. Genau diesen entscheidenden Punkt blendend aber die Fundamental-Analyse komplett aus, womit sie eigentlich immer nur einen Teil der vorliegenden Information verwerten kann.

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Aktienanalyse und die Rolle der Massenpsychologie

Obwohl die Massenpsychologie eine derartig wichtige Rolle spielt, kann der Tageskurs dennoch als rational bezeichnet werden. Er stellt ja den letzten Preis dar, zu dem sich Käufer und Verkäufer auf die Übertragung eines Wertpapieres einigen konnten. So simple ist der Prozess trotz aller komplexen, theoretischen Überlegungen die in die Entscheidungsfindung einfließen mögen.

Die Kurse spiegeln daher nichts anderes wider als sämtliche an diesem Tag verfügbaren Informationen und haben so diese auch bereits diskontiert.

Böse Zungen behaupten, dass die Fundamental-Analyse sich mit dem Ist-Zustand eines Unternehmens, Sektors oder Marktes beschäftigt, während aber die Kursbewegungen wesentlich stärker an den zukünftigen Entwicklungen interessiert sind als am Status Quo.

Genau hier liegt auch der wesentliche Unterschied zum Chart-Analysten, der natürlich wesentlich stärker die Markterwartungen analysiert und weniger Wert auf den Ist-Zustand oder gar die Historie legt.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Entwicklung der Google-Aktie. Der Internet-Gigant war jahrelang nach klassischen Bewertungsmaßstäben exorbitant überbewertet. Eine guter Vergleich legt dies nah. Die Bewertung aus dem Jahr 2006 zum Beispiel als Google genau so viel Wert war wie BMW, Commerzbank, Lufthansa, Bayer und Infineon und dies bei nur einem Bruchteil der Umsätze. Das heißt, dass eine konventionelle Analyse damals ein klares Verkaufssignal generiert hätte.

Schon beim IPO galten ja die 100 Dollar aus fundamentaler Sicht als extreme Übertreibung. Einige Jahre später notiert die Aktie bereits bei rund $700. Keine schlechte Performance für eine teure Aktie! Ein Ende der Rally zeichnet sich im Übrigen derzeit nicht ab.

Man sollte wie dieses und tausende andere Beispiel zeigen, die fundamentale Aktienanalyse oder eine Sektoranalyse mit Vorsicht genießen und nicht blind auf eine Über- oder Unterbewertung setzen. Denn damit kann man gehörig ins trudeln geraten, wenn man die dahinterliegende Marktbewegungen einfach ignoriert und stur auf bestimmte Analysemodelle bei der Veranlagungsentscheidung setzt.
Umso wichtiger ist es daher, nicht nur die rationalen Gründe beim Investieren zu berücksichtigen sondern auch die jeweils vorherrschende Marktstimmung zu beobachten.
Ein bekanntes Phänomen hierbei sind Trends. Und in der Regel setzen sich Trends länger fort als die meisten Teilnehmer geglaubt hatten.

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Aktienanalyse mit Charts

Diese Trends lassen sich wiederum ziemlich leicht mit der Chartanalyse feststellen und besser noch: sie stellen sich aus historisch Sicht, als ziemlich verlässlich dar. Der Grund dafür ist einfach: Der Mensch wird primär von seinen Stimmungen und Trieben geleitet. Diese sind auch seit Jahrtausenden gleichgeblieben. Nach wie vor bewegen uns die Psychologie mit ihren verschiedenen Erscheinungsformen wie Hoffnung, Gier, Panik, Zweifel und Gier mehr als es unser Intellekt zugeben möchte. Genau diese Stimmungen lassen sich aber mit den Instrumenten der Chartanalyse wie wir im nächsten Artikel zeigen werden, bestens filtern. Nicht umsonst heißt es, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt.

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