Widerstände und Unterstützungen

By on August 5, 2016
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Widerstände und Unterstützungen sind Begriffe die oftmals im Fachjargon verwendet werden, ohne aber dass viele Marktteilnehmer wüssten wie man sie richtig einsetzt. In diesem Artikel erfahren Sie alles zu diesem Thema und auch wie Sie damit ganz einfach Ihren Tradingerfolg signifikant steigern können.

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Widerstände und Unterstützungen – Preis ist nicht gleich Preis

Basierend auf den Grundideen des Trend-Tradings und der Dow Theorie können immer wieder signifikante Preisniveaus gefunden werden, welche den Markt nahezu magisch anziehen. In einem steigenden Markt nennt man diese Levels, Widerstände, bei fallenden, Unterstützungen.

Wenn man sich Trendentwicklungen genau ansieht, stellt man schnell fest, dass die Bewegungen nie linear sondern zackenförmig verlaufen. Dieser Zick-Zack-Kurs bzw. die Trendrichtung wird maßgeblich von den kurzfristigen Tiefs und Hochs bestimmt, die in diesem Zusammenhang Unterstützung und Widerstand genannt werden.

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Selbsterklärend bilden hier Reaktionstiefs die Unterstützungen an denen das Verkaufsmomentum nachlässt und wo die ersten Käufer wieder auftauchen. Dies führt wiederum dann zu steigenden Kursen, bis sie auf Zwischenhochs, auch genannt Widerstandslinien, treffen. Hier ist dann der Verkaufsdruck wesentlich größer als das Kaufmomentum, weshalb die Preise erneut drehen und es nun wieder bergab geht. Bis eben zur nächsten Unterstützungszone.

Ganz klar aber, dass Unterstützungen oder Widerstände einen Primärtrend nur kurzfristig aufhalten können und später dann auch mit genügend Kauf- oder Verkaufsmomentum überschritten werden. Nichtsdestotrotz können sich diese markanten Preisniveaus für kurzfristige Trades bestens eignen und die Gesamtperformance des Portfolios enorm steigern helfen.

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In den oberen Abbildungen sieht man gut, dass die Reaktionshochs Widerstände sind und die Zwischentiefs als Unterstützungen fungieren. Im Aufwärtstrend halten die Widerstandsmarken nur kurzfristig und werden dann auch letztendlich überwunden.
Beide Abbildungen machen auch die Idee des Trends deutlich. In einem aufwärtsgerichteten Primärtrend müssen die neuen Reaktionstiefs stets höher sein als die vorherigen. Gleichzeitig müssen auch die Zwischenhochs überwunden und damit neue Zwischenhochs erklommen werden. Spiegelverkehrtes gilt dann auch für abwärtsgerichtete Verläufe.

Wenn wir uns des weiteren den Verlauf des Trends ansehen, so stellen wir fest, dass sobald der adäquate Nachdruck fehlt um signifikante Widerstandslinien zu durchbrechen, es bald zu einer nachhaltigen Umkehr des Trends kommen könnte. Im Beispiel unten, klopfen die Kurse zweimal an der Widerstandszone an und bilden einen Doppeltop. Dieses gilt oftmals als zuverlässiges Signal für eine Richtungsänderung des Primärtrends. Bestätigung findet diese Trendumkehr sobald das vorherig Reaktionstief nach unten unterschritten wird und der Kurs nun nachhaltig abstürzt.

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Gleiches gilt natürlich im spiegelverkehrten Fall, wenn der abwärtsgerichtete Trend die Unterstützungszone nicht nachhaltig nach unten durchbrechen kann, da der Verkaufsdruck deutlich nachlässt. In dieser Situation probieren auch die Leerverkäufer den Kurs zweimal erfolglos unter die Unterstützungslinie zu bringen, scheitern aber daran. Kann dann auch noch der vorherige Widerstand nach oben überwunden werden, ist die Trendumkehr endgültig vollzogen. Man spricht in diesem Fall von einem doppelten Boden.

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Widerstände werden zu Unterstützungen, Unterstützungen zu Widerständen

Bislang wurden die Tiefs rein als Unterstützungen und die Hochs als Widerstände gesehen. Dies ist natürlich während eines Trends der Fall.

Wenn wir aber jetzt eine Trendumkehr erleben, dann ändern sich die Rollen dieser markanten Zonen drastisch. Was vorher eine Widerstandslinie war, wird zu einer Unterstützung und umgekehrt wird aus einer Untestützungslinie dann nach der Überwindung dieser, später ein Widerstand.

Dies ist der Fall weil der Markt ein Gedächnis hat und sich diese signifikanten Kursniveaus auch merkt. Das heißt, dass jene die sich fälschlicherweise auf die Untestützungslinie verlassen hatten um Long zu gehen, bei der erst möglichen Gelegenheit versuchen ihre Positionen ohne größere Verluste glatt zu stellen. Damit sorgen sie für zusätzlichen Verkaufsdruck auf diesem Level. Ähnliches gilt natürlich auch für ehemalige Widerstandszonen. Hier versuchen jene die fälschlicherweise Short gegangen bzw. zu früh ausgestiegen sind, wieder auf den Trend aufzuspringen und sorgen hierbei für neuerlichen Kaufdruck. Damit wird dann die ehemalige Widerstandslinie nun zur Unterstützung.

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Es lässt sich also sagen, dass immer dann, wenn ein Widerstand nachhaltig überwunden wird, er seine Funktion wandelt und bei der anschließenden Kursentwicklung als Unterstützung fungiert. Für die Unterstützungszone gilt der umgekehrte Fall: Wenn eine Unterstützung nachhaltig durchbrochen wird, wandelt sie ihre Funktion und fungiert bei einem anschließenden Kursverlauf nun als Widerstand.

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Widerstände und Unterstützungen – Die Anziehungskraft runder Nummern

Häufig kommt es vor, dass sich die Märkte zu runden Nummern angezogen fühlen. Egal ob 10.000 Indexpunkte beim Dax, 2.000 Indexpunkte im S&P500 oder 150 Euro bei der Münchner Rück, Märkte und auch einzelne Wertpapiere tendieren dazu, Schwierigkeiten zu haben, markante Ziffern beim ersten Mal nachhaltig nach oben oder unten zu durchbrechen. Dies hängt damit zusammen, dass viele Investoren gerne ihre Ein- und Ausstiegssignale rund um diese Preislevels setzen und damit in diesen Zonen für gesteigerten Kauf- bzw. Verkaufsdruck sorgen. In der Folge tut sich der Markt auch so schwer solche Widerstände und Unterstützungen beim ersten Mal gleich zu durchbrechen.

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Widerstände und Unterstützungen – Gleitende Durchschnitte und andere Indikatoren als Magneten

Aber nicht nur runde Zahlen üben eine enorme Anziehungskraft auf die Märkte aus, auch gleitende Durchschnitte sowie andere technische Indikatoren können als wahre Magneten auf das Marktgeschehen fungieren. Der Grund liegt einmal mehr darin, dass viele Marktteilnehmer mit ihren Algorithmen um beliebte Indikatoren wie beispielsweise der 50- oder 200-Tage Durchschnittslinie, Orders setzen und damit wiederum zu überhöhtem Kauf- oder Verkaufsdruck sorgen, welcher ein schnelles Überwinden bestimmter Kursniveaus wesentlich erschweren.

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Widerstände und Unterstützungen – Die Zusammenfassung

Zukünftige Widerstände oder Unterstützungen richtig zu antizipieren, kann dabei helfen Ihre Handelsergebnisse deutlich zu verbessern.  Speziell bei aktiven Tradingansätzen ist die adäquate Verwendung dieser Techniken von hoher Bedeutung für den Tradingerfolg.

Denn durch die korrekte Vorhersage wo Preise mit hoher Wahrscheinlichkeit drehen werden, können Sie punktgenau bestimmen wo die laufende Position geschlossen bzw. eine neue eröffnet werden soll. Dazu stehen dem Trader wie oben beschrieben diverse leicht zu lernende Methoden bereit, mit denen Sie Ihren Tradingerfolg dramatisch verbessern werden!

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