Trading Fehler – Die Top 10 Fehler

By on Mai 19, 2015
Trading Fehler

Welche Trading Fehler machen angehende Anleger immer wieder? Traderblatt listet die 10 häufigsten Trading-Fehler auf. Lernen sie aus den Fehlern anderer. Das wird ihnen wesentlich günstiger kommen als aus den Eigenen lernen zu müssen.

Oftmals steigen Trading-Neulinge mit hohen Erwartungen in den Wertpapier-Handel ein, um nach kurzer Zeit festzustellen dass es dann doch nicht so einfach ist konsistent Geld an den Weltmärkten zu verdienen. Besonders weil es wenige Aktivitäten gibt die emotional derartige Herausforderungen darstellen, kann diese Erkenntnis manchmal brutal entmutigend sein.

De facto haben aber auch fast alle erfolgreichen Wall Street Helden ähnlich angefangen. Der Schlüssel zu ihrem Erfolg ist aber ihre Bereitschaft die Fehler gewissenhaft zu analysieren, konsequent aus diesen zu lernen und somit künftige zu minimieren. Es ist wie Trading-Experte und Buchautor Dr. Alexander Elder (Come into my trading room / Entries und Exits) meint „ganz in Ordnung Fehler zu machen. Wenn sie keine Fehler machen, dann können sie auch nicht lernen. Inakzeptable ist es aber diese Fehler mehrfach zu wiederholen“).

Wie die meisten ernsthaften Händler hat auch Dr.Elder viele Fehler zu Beginn seiner Karriere gemacht:

„Das wunderbare an den Finanzmärkten ist aber, dass sie immer wissen ob sie richtig oder falsch liegen. Wenn sie es schaffen Fehler nicht zu wiederholen, dann werden ihnen diese relativ bald ausgehen. Das ist das Geheimnis des Erfolges.“

 

Die 10 häufigsten Trading-Fehler


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1. Trading Fehler: Zu wenig Vorbereitung

Wenn sie in den Handels-Ring einsteigen sollten sie bestens vorbereitet sein. Wenige Trader bereiten sich aber mit der nötigen Gewissenhaftigkeit vor. „Wenn sie mit den Haien schwimen wollen, dann lerne auch von ihnen!“. Kaum ein Buch kann dem angehenden Händler alles beibringen was er benötigen wird. Deshalb auch macht es Sinn so viele Bücher wie möglich zu lesen. Wie auch Dr. Elder’s Buch (Come into my Trading Room) bestätigt, unterschätzen die meisten Leute wie viel Arbeit und Hingabe erforderlich ist um zum erfolgreichen Trader aufzusteigen. Ohne formale Ausbildung und on-the-job Training hat er Jahre gebraucht um den Durchbruch zu schaffen. Deshalb betont er stets wie wichtig es sei sowohl durch das Studium möglichst vieler Trading-Bücher wie auch durch den Besuch der richtigen Ausbildungskurse sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.

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2. Trading Fehler: Emotionaler Bezug zum Trading-Kapital

Einer der Gründe weshalb viele Anfänger am Markt es nicht schaffen konsistent Geld zu verdienen ist dass sie eine zu emotionale Beziehung zum Trading-Kapital haben. Handelsexperte Deel läßt vor dem Beginn des Semester alle seine Stundenten psychologische Tests machen. Bei diesen müssen die Studenten unter anderem auch beschreiben was Geld für sie in einem Wort bedeutet. In 90% der Fälle antworten sie entweder Sicherheit oder Macht. Viele Händler werden beim Trading zu emotional, sie befürchten bei einem verlustreichen Trade auch ihre persönliche Sicherheit zu verspielen und versuchen daraufhin alles um ja diesen zu vermeiden. Daraufhin wird eine Stop-Loss-Order bei 30 ganz schnell mal auf 29 und später sogar auf 28 heruntergezogen. Zum Schluss wird dann ganz auf die Stop-Loss-Order verzichtet und eine kurzfristige Trading-Position verwandelt sich im Nu in ein langfristiges Investment.

Auch Dr. Elder stimmt dem zu: „ Wenn sie zu mir in den Handelsraum kämen, wüssten sie nicht ob ich gerade $10.000 gewonnen oder verloren habe. Ich zeige beim handeln einfach keine Emotionen. Mich interessieren meine kurzfristigen Equity-Schwankungen überhaupt nicht. Einzig die langfristigen Ergebnisse sind von Bedeutung. Am besten sie schauen sich ihre Statements nicht öfter als einmal im Monat an. Das tägliche Schielen führt zu einer ungesunden emotionalen Achterbahn. Vermeiden sie diese!“

Glücklicherweise gibt es Methoden wie wir unsere Beziehung zum Geld verändern können. So kann man zu Beginn kleinere Mengen handeln um so psychologisch nicht zu sehr unter Druck zu geraten. Wenn sie kleinere Beträge handeln, werde auch die Verlusttage kleiner ausfallen und somit erträglicher. Zudem haben sie dann die Möglichkeit ihren Handelsansatz zu verfeinern und so auch an ihrer Konsistenz zu arbeiten. Sobald sie dann kontinuierlich Gewinne machen, fahren sie einfach auch ihre Positionen langsam hoch. Dies wird den emotionalen Stress den sie beim Handeln verspüren und auch die dadurch verursachten Verluste wesentlich reduzieren.

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3. Trading Fehler: Fehlende Aufschriften

Grundsätzlich ist es verständlich wenn Trader während des Handelstages manchmal psychologisch Stresszustände erleben. Wertpapier steigen und fallen ständig und es fühlt sich oft so an als ob man die Kontrolle über die eigene Position komplett verlieren würde. In Wirklichkeit ist es auch so. Sobald die eigene Position eröffnet wurde, ist diese der Entscheidungen anderer ausgesetzt. Fremde Kauf-oder Verkaufsorders treiben je nach Situation den Preis einmal hinauf oder hinunter. Mit der falschen Einstellung ist dies nicht leicht zu verkraften. Um diese negativen Emotionen unter Kontrolle zu bringen, sollte man ein Handelstagebuch führen wo alle Entries, Exits, die chart-technischen oder fundamentalen Gründe und auch der eigene Gemütszustand minutiös notiert werden.

So können auf einen Streich zwei Ziele erreicht werden. Nämlich ein besserer Trader zu werden und gleichzeitig auch Geld zu verdienen.

Elder hält ein ordentlich geführtes Tagebuch für unverzichtbar: „ Zeig mir einen Händler mit einem professionellen Tagebuch und ich zeige dir einen professionellen Trader. Sogar wenn sie Geld verlieren, haben sie die Möglichkeit Schritt für Schritt besser zu werden indem sie aus deinen Fehlern lernen. Aus meiner Sicht sind intelligentes Money Management und ein ordentliches Tagebuch wichtiger als die Fähigkeit den Markt mittels technischer oder fundamentaler Analyse richtig zu lesen. Dies sage ich obwohl ich zwei Bücher über technische Analyse geschrieben habe!“

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4. Trading Fehler: Profite zu schnell einfahren

Dieser Ratschlag kann für Anfänger schwer verständlich sein, aber man kann de facto profitable Positionen zu schnell schließen. Händler ignorieren oft die Möglichkeit dass eine Position gegen sie gehen könnte, sie wollen dieses Szenario erst gar nicht wahrhaben. Sie träumen schon von den Profiten die sie später mitnehmen werden, oft unter dem Einsatz von Taschenrechnern oder Spreadsheets mit denen sie auch genau kalkulieren wo sie aussteigen werden. Diese frühen und geringen Gewinnmitnahmen können sich aber in Summe als fatale Fehler herausstellen da sie in der Endabrechnung dann oft die verlustreichen Trades nicht ganz ausgleichen können. Elder empfiehlt daher: „ Zeigt der Trend nach oben dann bleiben sie Long, erst wenn er umdreht die Positionen schließen. Umgekehrt verhält es sich mit den Short-Positionen. Versuchen sie den Markt nicht zu antizipieren, er kümmert sich nicht wirklich um ihre Position. Nehmen sie soviel mit wie es ihnen der Markt erlaubt ohne hier etwas vorwegzunehmen.“

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5. Trading Fehler: Mechanischen Systemen blind vertrauen

Ein sehr hoher Prozentsatz von Händlern verwendet technologische Hilfsinstrumente, ob Trading-Plattformen, Research- oder Backtestinglösungen um damit ihre Strategien zu entwickeln. Keine Frage mithilfe von Computern und Software-Tools kann man wertvolle Informationen gewinnen. Das Problem dabei ist, dass viele Trader den Fehler machen diesen Werkzeugen blind zu vertrauen ohne ihre Wirkungsweise und auch ihre Beschränkungen voll zu verstehen. Laut Deel glauben viele Leute dass Technologie einfach so den logischen Verstand ersetzen kann. Sie nehmen an dass die Black-Box ihnen die Antworten so einfach ausspucken wird und verlassen sich komplett auf ihre Systeme ohne diese aber komplett zu verstehen. Erst wenn sie die genauen Ursachen für die Kauf- bzw. Verkaufssignale vollständig durchschaut haben, können sie dem mechanischen System auch wirklich vertrauen. Und auch dann sollte es immer einen menschlichen Entscheidungs-Overlay geben, da mechanische Systeme immer nur einem Blick in den Rückspiegel erlauben, niemals einen in die Zukunft.

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6. Trading Fehler: Fehlende Verkaufsorders

Kein erfolgreicher Wertpapier-Händler kann ausschließlich mit Kauforders bestehen. Die Aversion zu den richtigen Zeitpunkten ein Wertpapier auch zu shorten, kann sehr kostspielig sein und auch zu Verlusten führen bzw. zu entgangenen Gewinnen. Nachdem Märkte sowohl steigen als auch fallen können, ist es für den angehenden Profi unerlässlich auch das Shorten zu erlernen. Wichtig dabei ist aber genau so wie bei einem Long-Signal, diszipliniert zu sein und die eigenen Stop-Loss-Orders immer zu respektieren. Verzichten sie nicht freiwillig auf rund 50% des Marktgeschehens!

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7. Trading Fehler: Fehlende Spezialisierung

Viele Menschen fühlen sich vom Trading angezogen in der Annahme es wäre eine einfache Form Geld zu verdienen. Wie schwierig kann es wirklich sein unten am Chart zu kaufen und oben wieder zu verkaufen? Heutzutage gibt es zudem hunderte Wertpapiere die man handeln kann. Aktien, Währungen, Optionen, Futures, CFDs, Rohstoffe und und und. Für einen Anfänger ist es natürlich unmöglich alle Feinheiten jedes einzelnen Wertpapieres bzw. Marktes in kurzer Zeit zu erlernen. Deshalb hilft eine Spezialisierung auf einzelne Aktien, Währungen oder Sektoren um so auch alles Wissenswerte über den gewählten Bereich zu erlernen. Wichtig ist es für den angehenden Händler für sich selbst klar beantworten zu können wo sein eigener Wettbewerbsvorteil genau liegt. Ohne diesem ist man an den Märkten in Wirklichkeit ausgeliefert. Wie bei jedem anderen Geschäftsmodell sollte nämlich der Trader auch wissen, was ihn im positiven Sinn von der Konkurrenz unterscheidet. Kein Wettbewerbsvorteil ist im Wirtschaftsleben und an den Märkten gleich, keiner Zukunft. Wie auch im Sport gibt es beim Trading verschiedenste Wettbewerbsvorteile. Manche können Charts besser lesen, andere Fundamentaldaten schneller interpretieren und einige bestechen durch fast unmenschliche Disziplin. Diese Liste ist in Wirklichkeit endlos und kann nur vom Händler selber beantwortet werden.

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8. Trading Fehler: Schlechtes Timing

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Schlechtes Timing ist bei Anfängern ein sehr häufig auftretendes Problem. Trader können die richtige Handelsidee haben, kaufen oder verkaufen aber dann zum falschen Zeitpunkt, womit sie sich automatisch von Beginn an unter Druck setzen. Natürlich kann Timing niemals eine exakte Wissenschaft sein, aber fehlende Geduld oder die Angst vor entgangenen Gewinnen können zu Impulshandlungen führen welche man mit entsprechender Erfahrung sehr wohl erkennen und vermeiden kann. Ziel muss immer sein den eigenen Handelsplan konsequent zu befolgen und emotionale Entscheidungen weitgehend (komplett) auszuschalten.

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9. Trading Fehler: Stop-Loss-Orders falsch platzieren

Ein sehr häufiger Fehler den angehende Händler machen ist Stop-Orders falsch zu platzieren womit sie oft frühzeitig ausgestoppt werden oder auch nicht genügend Gewinne bei profitablen Positionen ernten. Eine beliebte Strategie im Aktien-Handel ist Stopps entsprechend einem bestimmten Prozentsatz zu setzen (zum Beispiel +-2%). Der Profi berücksichtigt aber das Marktgeschehen und integriert Faktoren wie Unterstützungen oder Widerstände bei der Auswahl der geeigneten Levels. Machen auch sie sich diesbezüglich die Chart-Analyse zu nutze.

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10. Trading Fehler: Fehlende Risiko-Ertragsanalyse

Viele Händler machen keine adäquate Risiko-Ertragsanalyse vor Eröffnung einer Position obwohl einzig dieses Verhältnis darüber Auskunft geben kann ob ein bestimmter Trade sinnvoll ist oder eben auch nicht. Diese Kennzahl optimiert die logischen Ziele jedes Wertpapier-Händlers. Einerseits nämlich möglichst hohe Profite zu erzielen, andererseits aber den eigenen Kapitalstock nicht nachträglich zu gefährden. Hierbei gibt es aber keine wissenschaftlich richtige Antwort, jeder Trader sollte ein Verhältnis finden mit dem er sich wohlfühlt. Häufig werden 2:1 oder 3:1 von Profis verwendet. Diese Verhältnisse sollten aber lediglich als Empfehlung gesehen werden und nicht als die einzig richtige Antwort. Je nach Handelsansatz (Trendfolger, Scalping, Arbitieren etc) können diese Parameter extrem variieren. Probieren sie selber mit kleineren Handelsmengen aus und finden sie ihre eigene Komfortzone!

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