Wundersame Geldvermehrung – Wie aus 20.000 $ in Wochen 450 Millionen wurden

By on Juli 15, 2015
Wundersame Geldvermehrung: 450-millionen-aus-dem-nichts-mit-trading

Wundersame Geldvermehrung. Klingt die Überschrift nicht wie ein fabelhafter Traum? Derartige Gewinne erinnern zurück an die wilden Zeiten des Neuen Marktes zur Jahrtausendwende wo mit Power Point-Präsentationen Millionen verdient wurden. Zumindest für einen Mann wurde dieser Traum zur Realität. Hier können sie lesen wie er es angestellt hat.

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832 Dollar Cash und 120.042 Dollar Verbindlichkeiten, Marktwert nahe 0…

Laut Bericht der amerikanischen Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde SEC wurde Portage Resources (OTCMKTS:POTG) 2006 gegründet. Vermögenswerte fanden sich auf der Bilanz von 2010 wenige. Verbindlichkeiten dafür um so mehr. Genau gesagt standen einem Vermögen von 832 Dollar, Verbindlichkeiten von 120.042 Dollar gegenüber. Bilanztechnisch gesehen war Portgage Resources schwer überschuldet und mit 63,72 Millionen ausgegebenen Aktien eine typische „besitzlose Hülle“.

Im Februar 2011 wurde ein Aktien-Split von 10:1 genehmigt, womit die Anzahl der Aktien auf 637,2 Millionen anstieg. An der Bilanz ändert sich aber sonst wenig. Barmittel von 533 Dollar standen nun sogar Verbindlichkeiten von 129.180 Dollar gegenüber. Der Tag sollte aber für die Firma und speziell für Paul Luna Belfiore der vielleicht wichtigste in seinem Leben werden. An diesem Tag übernahm er das Mehrheitspaket von Portage Resources für 20.000$.

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Wundersame Geldvermehrung – Zusammenarbeit mit Capital Financial Media

Langsam aber begann damals die Aktie dank der Mithilfe einiger Public Relations-Unternehmen wie Capital Financial Media Fahrt aufzunehmen. Zuerst gab es zwei Presse-Aussendungen. Einerseits wurde der neue Mehrheitseigentümer Paul Luna Belfiore als großer Experte mit einer langen und erfolgreichen Laufbahn in der Bergbau-Industrie dargestellt und dann, wenig später, ein neuer strategischer Fokus der Firma auf den Bergbau in Peru präsentiert.

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Wundersame Geldvermehrung in wenigen Wochen

In einem weiteren Schritt dieser Public-Relations-Kampagne wurde Portage Resources in der auf Kleinaktien spezialisierten Fachzeitschrift „Penny Stock Pillager“ als der künftige Megastar im Penny Stock-Himmel ausgerufen, wodurch der Kurs prompt um über 100% zulegen konnte. Einige weitere positive Börsebriefe später, war der Börsenwert des Unternehmens in nur wenigen Wochen vom Ursprungsniveau von etwas mehr als 20.000 Dollar bereits auf sagenhafte $225 Millionen gesprungen. Um mehr also als das 10.000-Fache. Fundamental hatte sich aber nichts geändert.

Am 17. Juni 2011 meldet die Firma die Absichtserklärung für den Erwerb eines Bergbau-Projektes in Peru. Zudem solle ein eigenes Team an Geologen verpflichtet und eine peruanische Tochtergesellschaft für die Verwaltung dieser „höchst profitablen“ Projekte gegründet werden. Wenige Tage dannach meldete Portage Resources auch die Absicht noch eine weiteres Projekt in Peru zu erwerben. Das selber geschätzte  Potenzial dieser Projekte lag bei weit über einer Million Unzen, welches „natürlich“ ganz nahe an der Oberfläche liegen sollte.

Der damalige Goldpreis lag bei knapp $2000/Unze, der von Silber bei  über 40$/Unze womit sich ein buchhalterische Wert alleine dieser zwei Bergbau-Projekte von rund $2 Milliarden ergab. Von zertifizierten Stellen wurden diese Angaben aber natürlich niemals überprüft.

Einzig ein „angesehener“ perunischer Geologe bestätigt diese Vorkommen. Da die Marktkapitalisierung zu diesem Zeitpunkt bei $250 Millionen lag, war natürlich für gutgläubige Investoren noch enormes Potential in der Aktie. Mehrheitseigentümer Belfiore entschloss daraufhin angesichts der exzellenten „Aussichten“ eine der Minen für 20 Millionen Dollar zu erwerben. Bezahlt wurde natürlich mit eigenen Aktien, da Cash in der Bilanz weiterhin und trotz einer Marktkapitalisierung von über $250 Millionen, Mangelware war.

Dieser „strategische Weitblick“ beschert der Aktie einen erneuten Schub. Der Marktwert des Unternehmens legte in den Tagen vor dem Kauf der Mine um $150 auf rund 400 Millionen zu. Eine weitere Börsenempfehlung trieb die Aktie gar auf über 1 Dollar und den Börsenwert von Portage Resources auf unglaubliche 650 Millionen Dollar. Unglaublich deshalb weil es keinerlei Beweise für vorhandene Rohstoff-Vorkommen gab, das Barvermögen unverändert im dreistelligen Bereich lagen und Paul Luna Belfiore, Mehrheitseigentümer und Vorstandsvorsitzender, weiter ein unbeschriebenes Blatt im Rohstoff-Sektor blieb. Im Grunde hatte es Belfiore geschafft das perfekte Luftschloss zu bauen, viele Privatanlege mit schier unglaublichen Gewinnaussichten anzulocken und damit hunderte Millionen in nur wenigen Wochen zu verdienen, da er diese Kurssprünge nutzte um seine Aktien großteils loszuwerden. Selbst König Midas hätte angesichts des Erfindungsgeistes Belfiores seinen Hut gezogen!

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Auf die wundersame Geldvermehrung folgt der rasante Absturz

all-time-high-tradingDas Allzeit-Hoch erreichte die Aktie im übrigen am 29. Juni 2011 bei 1,24 Dollar was einer Marktkapitalisierung von 790 Millionen Dollar entsprach.
Weiter ging es aber, für rationale Marktteilnehmer wenig überraschen, mit kolossalen Verlusten. Die Aktie stürzte trotz einer erneut angeworfenen Presse-Maschinerie rasant ab, da immer mehr Anlegern klar wurde dass sie nichts mehr als eine schöne Geschichte gekauft hatten. 

Paul Luna Belfiore und seine „Presseabteilung“ bedienten sich erneut wenig seriöser Mittel um den Absturz zu stoppen. So wurde unter anderem auch auf den Investment-Guru Warren Buffet hingewiesen, welcher bekanntlich seinen Reichtum der Tatsache verdankt dass er Aktien immer Jahrzente lang die Treue hält. Auch die Anleger von Portage Resources sollten also Geduld haben und es  dem Börsen-Genie gleichtun.  Der Haken an diesem Vergleich war natürlich dass der unnachahmliche US-Investor niemals in Portgage Resources investiert hatte und auch nicht plante einzusteigen. Bekannt ist freilich auch dass Waren Buffet vor dem Kauf von Unternehmen-(sbeteiligungen) immer die Bilanzen dieser genauestens analysiert. Bei Belfiores Unternehmen wäre dies natürlich gar nicht notwendig gewesen, da bereits ein flüchtiger Blick auf die Bilanz gezeigt hätte dass es sich um einen Riesenschwindel handelte.

Einmal mehr probierte man es auch mit der Veröffentlichung weiterer Absichtserklärungen zum möglichen Erwerb von neuen Berbaukomplexen in Peru und auch in den USA.
Nichts konnte aber den Absturz dieser substanzlosen Aktie aufhalten und so wertete diese immer weiter ab bis sie wieder bei knapp über 0 gelandet war. Dies entspricht in etwa auch der aktuellen Marktkapitalisierung und gleichzeitig dem fairen Wert dieses „Unternehmens“.

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Die Wundersame Geldvermehrung endet mit einem Marktwert nahe 0

trading luftschloss AktienblaseWie bei so vielen Aktienblasen in der Geschichte der Finanzmärkte zuvor (Südseeblase, Tulpenblase), bei denen in fernen Ländern ungeahnte Gewinne in Aussicht gestellt worden waren, endete auch diese Hype mit vielen geprellten Kleinanleger, einigen wenigen glücklichen Spekulanten (jene die rechtzeitig ausgestiegen waren) und einem großen Gewinner. Paul Luna Belfiore.
Denn er hat dank dieses schnellen Auf- und Abs hunderte Millionen auf Kosten einer Vielzahl gieriger Anleger in weniger als 6 Monaten gemacht.

In Anlehnung an Einstein könnte man getrost behaupten, dass sowohl das Universum als auch die menschliche Gier unendlich seien. Wobei es beim Universum noch von wissenschaftlicher Seite berechtigte Zweifel zu geben scheint…

Kennen Sie auch solche Menschen, die zu gierig wurden und dadurch große Summen verloren haben? Schreiben Sie uns von Ihren Geschichten und Erfahrungen in den Kommentaren.

4 Comments

  1. someone

    Juli 23, 2015 at 16:09

    das its eine krase geschichte. immer wieder erstaunlich wie man heutzutage geld verdeienn kann ohne großartig darfür schuften zu müsssen. mir würde ja schon eine million reichen und dann wäre ich meine schulden los und häte keine sorgen mehr :-).

  2. Semmelbrödel

    August 4, 2015 at 08:44

    Schlimm, wie mit der Gutgläubigkeit der Menschen Kasse gemacht wird! 1 profitiert, 1000de verlieren ihr hart verdientes Geld! So ist die Wirtschaft!!!

  3. Knowing

    August 9, 2015 at 21:37

    Wenn das alles stimmt, was du da schreibst, verstehe ich die Welt wieder einmal nicht!

    Ich kann und will nicht über sowas urteilen. Ich kenne ja nicht wirklich die Beweggründe, warum das alles so entstanden ist. Bei den Informationen, welche du aber hier in deinen Artikel scheibst, frage ich mich allerdingst ernsthaft, wie es überhaupt so weit kommen konnte!?

    Muss es denn immer so weit kommen, dass man bis aufs letzte Hemd ausbluten muss (finanziell), bis der Mensch etwas kapiert?

  4. Markus Gäthke

    Oktober 26, 2015 at 15:59

    Hier wurden ganz systematisch und mit hoher krimineller Energie gierige Kleinanleger in die Falle gelockt. WI egesagt, jeder der sich die Mühe gemacht hätte, die Story ein bisschen auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen, wäre sofort mißtrauisch geworden. Diese Masche funktioniert aber immer wieder aufs Neue… Gier frißt Hirn.

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