Die 4 wichtigsten Charttypen

By on Mai 9, 2016
4 Chartarten beim Trading

Für die Darstellung der Kursentwicklungen von Aktien, Währungen, Rohstoffen und Rentenpapieren steht eine Vielzahl an Charttypen zur Auswahl. Diese unterscheiden sich hauptsächlich im Detaillierungsgrad der bereitgestellten Information. Lesen Sie in diesem Artikel alles zu den vier wichtigsten.

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Es gibt vier Haupttypen von Charts, welche von Anlegern und Tradern gerne verwendet werden und sich primär im Informationsgrad unterscheiden.

Diese vier Diagrammtypen sind:

  • das Liniendiagramm
  • das Balkendiagramm
  • das Kerzen-Diagramm
  • der Point & Figure-Chart

Im folgenden Abschnitt werden wir diese vier Darstellungformen vorstellen.

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Charttypen – Liniendiagramm

Der einfachste Typus der vier Charttypen ist das Liniendiagramm. Es verwendet für die Darstellung der Kursentwicklung lediglich die Schlusskurse über einen festgelegten Zeitraum. Die Linie wird durch die Verbindung der Schlusskurse über den benannten Zeitrahmen gebildet. Liniendiagramme verzichten auf zusätzliche visuelle Information zu den einzelnen Handelstagen wie das Tageshoch, Tagestief oder dem Eröffnungspreis.

Obwohl diese Information für viele von großer Bedeutung ist, wird der Schlusskurs von anderen als der wichtigste Preis in den Bestandsdaten gesehen. Deshalb beschränken sich Anhänger des Liniendiagramms, auf das Wesentliche in Form des Schlusskurses.

Linienchart

(Abbildung 1: Ein Liniendiagramm)

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Charttypen – Balken- oder Bardiagramme

Das Balkendiagramm erweitert das Liniendiagramm um wichtige Information zu jedem einzelnen Datenpunkt. Der Chart besteht aus einer Reihe von vertikalen Linien, die jeden Datenpunkt darstellen. Diese vertikale Linien stellt das Tageshoch und – tief für die Handelsperiode, zusammen mit dem Schlusskurs dar. Der Eröffnungs- und Schlusskurs sind auf der vertikalen Linie durch einen horizontalen Strich dargestellt. Der Eröffnungskurs auf einem Balkendiagramm wird durch einen Strich dargestellt, der sich auf der linken Seite der vertikalen Leiste befindet. Der Schlusskurs wird hingegen auf der rechten Seite ebenfalls durch ein horizontalen Strich dargestellt. Wenn der linke Strich (Eröffnung) niedriger ist als der rechte Strich (Schluss), dann wird der Balken schwarz schattiert, was einem Zugewinn für das Wertpapier bedeutet. Ist der Balken rot gefärbt, bedeutet dies hingegen, dass das Wertpapier sich über diesem Zeitraum negativ entwickelt hat. In diesem Fall ist der Strich auf der rechten Seite (Schluss) niedriger als der Strich auf der linken Seite (Eröffnung).

BARCHART

(Abbildung 2: Ein Balkendiagramm)

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Charttypen – Kerzen- oder Candlestick-Charts

Der Candlestick-Chart ist dem Balkendiagramm ähnlich, unterscheidet sich aber in der optischen Aufmachung. Ähnlich wie beim Balkendiagramm, hat der Kerzenchart auch eine dünne vertikale Linie, welche die Handelsspanne für den Zeitraum darstellt. Der Unterschied kommt in der Bildung eines breiten Strichs auf der vertikalen Linie, dem Körper der Kerze, welcher den Abstand zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs veranschaulicht. Und, wie beim Balkendiagramm, verlässt sich der Candlestick-Chart auch stark auf die Verwendung von Farben zur Darstellung der Kursentwicklung. Obwohl zwar jede Charting-Software unterschiedliche Konfigurationen verwendet, gilt es als üblich eine positive Entwicklung mit einer grünen Kerze darzustellen, während bei Verlusten in der dargestellten Periode, ein roter Candlestick Verwendung findet.
Die richtige Interpretation der Candlestick-Charts für die Kursprognose ist eine wahre Kunst. Unter anderem werden verschiedene Muster im Chartverlauf, die Relation des Körpers der Kerze (Eröffnung zu Schlusskurs) in Bezug zu den Extremen (Periodenhoch und –Tief) sowie viele weitere Faktoren berücksichtigt.

candlestickChart

(Abbildung 3: Ein Kerzenchart)

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Charttypen – Point & Figure-Charts

Der Point & Figure-Chart wird dem durchschnittlichen Kleinanleger nicht all zu bekannt sein oder von diesem oft verwendet werden. Aber er hat eine lange Geschichte und wurde seit jeher von Parkett-Händlern und Daytradern überall auf der Welt eingesetzt. Wenn Sie zum ersten Mal einen Point & Figure – Chart verwenden werden Ihnen die vielen X und O auffallen. Ein X steht für eine Aufwärtsbewegung in der Period, während das O für einen fallenden Verlauf steht. Zudem finden sich eine Menge Nummern und Buchstaben in den Charts, welche dem Anleger über das Datum und die Periode bescheid sagen.

Die Point & Figure – Darstellung entfernt das Rauschen oder gewisse unbedeutende Preisbewegungen und richtet den Blick des Händlers auf das Wesentliche. Konkret heisst dies, dass ein X oder ein O erst eingezeichnet werden, wenn das Wertpapier sich um einen vorher definierten Wert nach oben oder unten bewegt.

Bei einer Aktie könnte dies 1€ oder auch 10€ sein. Dies ist in erster Linie vom Kurs des Wertapiers abhängig. Wenn sich also der Kurs um diesen vorher festgelegten Betrag in Richtung des Trends weiterbewegt, dann wird einfach ein weiteres X oder O eingezeichnet.
Das zweite Kriterium ist das Umkehr-Kriterium. Das Umkehr-Kriterium definiert wie weit sich der Preis vom Hoch oder Tief einer bestimmten Bewegung entfernen muss, um als Umkehr zu gelten. Dies bedeutet, dass bei Eintreffen dieses Kriteriums, eine neue Spalte entsteht und es zu einer Umkehr von Xs zu Os oder von Os zu Xs kommt.

Die neue Spalte signalisiert demnach eine Änderung des kurzfristigen Trends.

Point&Figure

(Abbildung 4: Ein Point & Figure-Chart)

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Charttypen – Schlussfolgerung

Charts sind eine der grundlegendsten Aspekte der technischen Analyse. Es ist wichtig, dass Sie genau verstehen, was auf einem Diagramm dargestellt wird und welche Informationen sie enthalten.
Nun da wir eine Vorstellung davon haben wie Diagramme aufgebaut sind, können wir auf die Verwendung dieser für die Forex-Kursprognose in den nächsten Artikeln eingehen.