Trendlinien zeichnen – So geht es

By on April 24, 2016
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Die zeichnerische Verbindungen von markante Hoch- oder Tiefpunkten im Kursverlauf bezeichnet man in der Charttechnik als Trendlinien. Diese helfen, den Trendverlauf auf der Ober- bzw. Unterseite einzugrenzen und damit frühzeitige Signale über einen sich entwickelnden Trend zu erhalten.

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Das Konzept der Trendlinien

Als Trendlinie bezeichnet man die Verbindung von signifikanten Hoch- oder Tiefpunkten. Mithilfe dieser Trendlinien lassen sich Trends frühzeitig erkennen und daraus die entsprechenden Handelsentscheidungen ableiten. Eine beliebte Technik um Trends zu erfassen, ist die Verwendung von Trendlinien.

Die Idee dahinter ist ziemlich simpel. Bei einem Aufwärtstrend werden die jeweiligen Reaktionstiefs des Wertpapiers verknüpft und diese Linie nach rechts extrapoliert. Umgekehrtes gilt bei einem abwärtsgerichteten Verlauf. Im Gegensatz zum Aufwärtstrend werden die Reaktionshochs verknüpft und die Linie bis an das rechte Ende des Charts verlängert.

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Einstieg in übergeordneten Trend

Bei Vorliegen einer aufwärtsgerichteten Trendlinie, kann die Verlängerung dieser Bewegung als Unterstützungslinie Verwendung finden. Falls der Trend nicht verletzt wird, bietet eine Bewegung an die Trendlinie eine großartige Gelegenheit für einen Einstieg in den übergeordneten Trend. Umgekehrtes gilt wiederum für die Abwärtstendenz, wo eine Berührung der verlängerten Trendlinie eine gute Möglichkeit bietet Short-Positionen aufzubauen oder eine bestehende Position weiter auszubauen. Dabei sollte beachtet werden, dass eine Unterstützungslinie umso bedeutender ist, je häufiger sie bereits in der Vergangenheit halten konnte. Meistens reichen lediglich zwei Berührungspunkte nicht aus und mindestens ein dritter sollte zur Bestätigung abgewartet werden.

 

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Eine nachhaltige Verletzung der Trendlinie welche nicht rasch korrigiert wird, ist jedenfalls als ein mögliches Indiz für ein Ende des bestehenden Trends zu interpretieren.
Wichtig dabei ist eine Trendlinie, nicht unähnlich einer Unterstützungs- oder Widerstandslinie nicht allzu exakt zu sehen, sondern eher als Unterstützungs- oder Widerstandzone. Damit ist gemeint, dass es immer wieder zu kleineren Brüchen oder Verletzungen der Trendlinie kommen kann, die aber noch kein unwiderrufliches Ende des Trends bedeuten müssen. Es sollte vielmehr als Indiz für eine mögliche Trendumkehr aufgefasst werden, die aber noch vorher durch andere Faktoren bestätigt werden muss. In den meisten Fällen werden nämlich kleinere Verletzungen relativ schnell wieder korrigiert und können sich daher oftmals als hervorragende Gelegenheiten für ein attraktives Einstiegsniveau in den vorherrschenden Trend darstellen.
Generell ist auch diesbezüglich festzuhalten, dass Kurse auf Tagesbasis wesentlich aussagekräftiger sind als rasche Intraday-Bewegungen, welche oft die Konsequenz von niedriger Liquidität sein können.

Ein weiterer Faktor welcher berücksichtigt werden sollte, ist die mit der Bewegung verbundenen Handelsvolumina. Hohes Volumen bei einem Trendbruch induziert, wesentlich mehr Nachdruck und Signifikanz als bei niederem Volumen. Wenn das Wertpapier hingegen bei schwachem Volumen an der Trendlinie abprallt und dann bei steigendem Volumen die Trendbewegung fortsetzt, ist meistens ein Einstieg in Richtung des Trends die richtige Entscheidung.

Zudem kann das exakte Einzeichnen einer Trendlinie äußerst subjektiv sein, denn die Definition der genauen Extrempunkte hängt immer auch vom beobachteten Zeitraum ab. Auch kann es sein, dass einer der Extrempunkten mit den übrigen keine vernünftige Trendlinie ermöglicht, weshalb es manchmal sinnvoll ist einen der Extrempunkte wegzulassen um so ein einheitlicheres Bild zu bekommen und gleichzeitig eine signifikantere Trendlinie (das heisst mit mehr Berührungspunkten).

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Bedeutung der Trendlinien

Diese Faktoren können die Signifikanz der Trendlinie erhöhen oder mindern:

1. Je mehr Berührungspunkte eine Trendlinie hat, desto größer ist ihre Signifikanz. Anders ausgedrückt, je öfter eine Trendlinie der Ausgangspunkt für die Fortsetzung des übergeordneten Trends war, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese auch in Zukunft halten wird. Insofern ist also die nachhaltige Verletzung einer solchen Trendlinie ein stärkeres Indiz für einen Umkehr der Primärbewegung.
2. Je stärker die Trendlinie vertikal (nach oben oder unten) geneigt ist, desto wahrscheinlicher ist ein baldiger Bruch dieser Tendenz. Sehr steile Anstiege oder Einbrüche können in der Regel nicht lange anhalten und werden meistens von kurzen Gegenbewegungen abgelöst.
3. Je länger die Trendlinie ist, desto höher die Bedeutung dieser. Daher kommt einem Bruch einer signifikanten Trendlinie eine wesentlich größere Signifikanz zu, als bei einer Linie mit lediglich zwei Berührungspunkten.

Im Zusammenhang mit Trendlinien ist es auch wichtig festzuhalten, dass bei einem nachhaltigen Bruch einer Trendlinie, sich die Wirkungsweise dieser umkehrt. Das heißt, dass einer Aufwärtstrendlinie, welche bislang als Unterstützungslinie diente, nun ein Widerstand wird, der bei Berührung als gutes Niveau für Leerverkäufe dienen kann. Spiegelverkehrt verhält es sich dementsprechend bei einer abwärtsgerichteten Trendlinie, welche gebrochen wird und dann zur Unterstützungslinie mutiert.

Trendlinie

Im oben stehenden Chart sieht man gut wie der Markt zuerst kräftig ansteigt, bevor es zu einer nachhaltigen Verletzung der Trendlinie und dann zu einer Umkehr des längerfristigen Aufwärtstrends kommt. Danach folgt ein kürzerer aber heftiger Einbruch, der durch die rote Trendlinie gut dargestellt wird. Zum Schluss sehen wir eine zweite Welle nach oben, die aber nicht das vorherige Hoch übertreffen kann und daher frühzeitig umkehrt.

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