Geld verdienen mit Trading (Teil 3) – Die Big-Player und die Randbedingungen

By on September 29, 2015
Geld verdienen von zu hause

In den vorigen Artikeln haben Sie die Ursprünge des Handels kennengelernt und was den FX-Handel gegenüber anderen Märkten so attraktiv macht. In diesem Artikel schauen wir uns an wer alles am Forex-Markt teilnimmt, wann die besten Zeiten sind um zu traden, was die wichtigsten Begriffe aus dem FX-Jargon sind die Sie lernen sollten und wie ein Trade abläuft. Im Grunde beantworten wir nichts anderes als die Frage: Was ist Trading?

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Marktteilnehmer:

Der Devisenmarkt lässt sich nicht lokalisieren, weil der Devisenhandel ganz überwiegend zwischen den Marktteilnehmern direkt stattfindet und Devisenbörsen weitgehend abgeschafft wurden oder einfach bedeutungslos geworden sind.
Die wichtigsten Teilnehmer an diesem Markt sind ihrer Wichtigkeit nach:

1. Größten Kommerzbanken und Notenbanken (am Interbanken Markt)
2. Mittlere und kleinere Banken (über das Elektronische Broking Service)
3. Hedge-Fonds
4. Privatunternehmen (=Nichtbanken)
5. Endkunden-Netzwerke (ECNs)
6. FX-Broker
7. Private Trader

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Handelszeiten:

Grundsätzlich haben die Devisenmärkte rund um die Uhr geöffnet. Das heißt aber nicht dass es immer gleich günstig ist zu handeln. Die 24 Stunden lassen sich nämlich in vier Hauptperioden unterteilen, welche jeweils von der Öffnungszeiten eines der vier wichtigen Finanzzentren abhängen.

  • Sydney Open – Close = 00:00 – 06:00,
  • Tokyo Open – Close = 02:00 – 08:00,
  • London Open – Close = 10:00 – 18:00,
  • New York Open – Close = 15:00 – 23:00.

Wann sollten Sie also als am besten traden?

Zeit ist bekanntlich Geld und an den 24-Stunden Devisenmärkten ist Timing entscheidend. Gutem Timing führt nämlich zu gutem Geld. Je nach dem welches(n) Devisenpaar Sie genau handeln, kann die eine Zeitzone oder die andere besser sein. Dies hängt in erste Linie von den jeweiligen Handelsvolumina und der Volatilität ab. Generell ist aber die Zeit zwischen 15:00 und 18:00 jene wo am meisten Marktteilnehmer ihre Entscheidungen treffen und auch jene wo am meisten relevante Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden. Dies führt zu einer hoher Marktaktivität und die Währungspaare bewegen sich als Folge sehr schnell bei entsprechendem Volumen.

Volumen und Volatilität funktionieren hier wie Benzin und ein Feuerfunke was wiederum signifikante Bewegungen in fast allen Währungspaaren auslöst.

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Wahl des geeigneten Trading-Ansatzes

Bevor Sie mit dem Devisenhandel starten, sollten Sie zuerst die beliebtesten Methoden kennenlernen.

Intraday-Trading (kurzfristiger Handel):

Wie der Name schon sagt, halten Sie bei dieser Methode die Positionen für Sekunden, Minuten oder höchstens Stunden. Auf Grund der hohen Rotation ist dieser Ansatz der potentiell lukrativste, andererseits auch jener, bei stümpferhaften Umsetzung, mit dem höchsten Risiko. Wenn Sie sich für diesen Stil entscheiden, sollten Sie sicher sein, über eine erfolgreiche Methode zu verfügen.

Swing Trading:

Ähnlich wie Intraday-Trading aber mit etwas längeren Haltedauern.

Position Trading:

Bei diesem Ansatz werden die Positionen wesentlich länger gehalten. Dies kann von mehreren Wochen bis zu Jahren gehen. Naturgemäß sind die Erträge bei dieser Strategie etwas geringer als beim aggressiveren Intraday-Trading, dafür aber auch wesentlich weniger riskant.

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Forex-Jargon:

Wenn Sie eine neue Sprache lernen, dann fangen Sie zumeist mit dem Alphabet an. So auch im Forex. Der Devisenhandel hat seinen eigenen Fachjargon den man unbedingt beherrschen sollte, um auch zu verstehen was die verschiedenen Marktteilnehmer mit ihren Aussagen wirklich meinen.

Wichtigsten Begriffe:

  •  Währungspaar: Es ist der Kurs einer Währung in Relation zu einer zweiten. Die erste Währung wird als Basiswährung bezeichnet, die zweite als Gegenwährung (z.B Basiswährung –( EUR / Usd )– Gegenwährung),
  • Wechselkurs: Es ist der Kurs zu dem Sie eine Währung gegen eine zweite tauschen können. Beim EUR/USD wäre dies momentan 1.13. Das heißt dass Sie für €100 im Gegenzug $113 erhalten würden. Sollte der Euro in den nächsten Tagen schwächer notieren, könnte er auf 1.12, 1.11 oder noch weiter absinken.
  • Kursangabe: Die Kursangabe besteht normalerweise aus zwei Kursen. Dem Geldkurs (Bid) und dem Briefkurs (Ask). Der Geldkurs ist der höchste Kurs um den Sie im Moment verkaufen können, während der Briefkurs der niedrigste ist um den Sie kaufen können.
  • Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Je liquider der Markt ist, desto geringer diese Differenz.
  • Kontowährung: Dies ist die Währung die Sie bei Eröffnung Ihres Handelskonto auswählen. Alle Transaktionen werden in dieser Währung abgerechnet. Zumeist stehen hierzu die wichtigsten Währungen der Welt zur Verfügung: USD, EUR, GBP, JPY, CHF, AUD oder RUB
  • Pips: Ist die kleinste mögliche Kursveränderung. Beim EUR/USD wäre dies zum Beispiel eine Veränderung von 1.1312 auf 1.1311 oder 1.1313. Die meisten Währungspaare werden mit 4 Nachkommastellen angegeben, einzig der Yen notiert lediglich mit zwei (zB. 86.51).
  • Margin: Die Margin ist der minimale Betrag den Sie am Konto haben müssen um eine bestimmte Position zu eröffnen und diese dann auch offen zu lassen. Sie wird in Prozent angegeben. Wenn die Margin ein 1% ist, und Sie €100 gegen US-Dollar kaufen wollen, dann müssen Sie in diesem Fall einen Euro am Konto halten. Wenn Sie eine Devisenhandel machen, kaufen/verkaufen Sie ja nicht wirklich den vollen Betrag, sondern Sie gehen eine Abmachung mit der Gegenseite ein, dass Sie ihr bei Schließung des Vertrages je nach Kursentwicklung die Differenz aus Kauf- und Verkaufskurs entweder bei Verlust auszahlen oder im positiven Fall, erhalten.
  • Verwendete Margin: Ist der Betrag den Ihr Broker auf die Seite legt damit Sie Ihre Positionen offen lassen können.
  • Freie Margin: Ist der Betrag mit dem Sie noch neue Positionen eröffnen können.
  • Kapital (Equity) = Freie Margin + Verwendete Margin
    Wenn Sie zum Beispiel €10.000 an Kapital auf Ihrem Konto haben, €2.000 für Trades verwendet haben, dann stehen Ihnen weitere €8.000 für neue Trades zur Verfügung.
  • Margin Call: Ist ein wesentlicher Bestandteil des Risk Managements. Wenn Ihr Kapital auf einen Bruchteil der verwendeten Margin fällt, wird Ihr Broker Sie auffordern neues Kapital nachzuschießen oder die Position zu reduzieren. Dieser Anteil liegt oft bei rund 50%.
  • Hebel: Der Hebel wird Ihnen vom Broker zur Verfügung gestellt. Das heißt er leiht Ihnen Geld damit Sie mehr Kapital für Ihre Trades über haben. Dies kann bis zu einem Hebel von 500:1 gehen. Wenn Ihnen der Broker einen Hebel von 100:1 gewährt, können Sie mit €1000 am Konto bis zu €100.000 handeln. Dies kann ein zweischneidiges Schwert darstellen. Geschickt eingesetzt kann dieser Hebel Ihre Erträge wahrlich explodieren lassen, bei stümperhaften Umsetzung aber auch zu fatalenVerlusten führen. Seien Sie also beim Einsatz des Hebels nicht gierig, nützen Sie aber dennoch dieses wertvolle Instrument um ihre Erträge zu maximieren.

 

Was ist Trading – 2 Beispiele:

Anhand eines einfachen Beispieles werden wir uns den genauen Ablauf eines Trades inklusive entsprechendem Hebel- und Marginberechnungen ansehen.
Schritt 1: Kauf einer Einheit (100.000) des EUR/Dollars bei 1.1275(Briefkurs). Der Broker gewährt Ihnen einen Hebel von 100:1 womit Sie lediglich €1.000 hinterlegen müssen
Schritt 2: Der Euro/Dollar bewegt sich in den nächsten Stunden auf 1.1295 (Geldkurs) weshalb Sie sich entschließen diese Position zu schließen.
Schritt 3: Berechnung des Profits. Je Pip haben Sie €10 verdient, was in Summe bedeutet dass Sie bei 20 Pips in wenigen Stunden um €200 reicher geworden sind.

Dieser Fall war ja ziemlich reibungslos. Jetzt sehen Wir uns aber den etwas komplizierteren Fall eines Verlusttrades und dessen Konsequenzen an.

Schritt1: Sie kaufen wieder eine Einheit (100.000) des EUR/USD bei 1.1275 und müssen dafür €1.000 Kapital hinterlegen.
Schritt 2: Dieses Mal steigt der Euro aber nicht sondern fällt. Auch ist Ihre freie Margin nicht mehr als €1.000. Der Euro fällt auf 1.1225 wodurch Sie €500 verloren haben. Ihr Broker meldet sich mit einem Margin Call. Das heißt Sie können entweder Kapital nachschießen oder ihre Position reduzieren bzw. komplett schließen.
Schritt 3: Sie beschließen Kapital nachzuschießen und sehen wie sich in den nächsten Tagen der Euro wieder erholt, und schließen den Trade dann bei 1.1325 mit einem Gewinn von 50 Pips was gleichbedeutend mit 500€ ist.

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Richtige Brokerwahl:

Der Markt ist voll mit Online-Brokern die alle angeben die besten Angebote für Trader zu haben. Dies kann natürlich nicht der Fall sein. Ist im Grunde auch nicht notwendig. Sie suchen nicht nach der Perfektion, sondern nach einem Broker der eine kleine Bid-Ask Spannne hat, der auch niedrige Einheiten anbietet die Sie handeln können (unter 100.000), reibunslose Trade – Ausführung, eine tolle Plattform und die Möglichkeit einen adäquaten Hebel selber bestimmen zu können.
Wir haben einige Frage zusammengestellt, die Ihnen bei der Wahl des richtigen Brokers behilflich sein werden:

  •  Ist Ihr Broker von der Finanzmarktaufsicht geregelt und authorisiert?
  • Garantiert er dass Ihr Kapital auch sicher ist? Damit ist gemeint dass jedes einzelne Konto separat gehalten und Ihr Kapital nicht für andere Trader verwendet wird.
  • Bietet Ihr Broker niedrige Bid-Ask-Spannen an?
  • Wie ist die Trade-Ausführung des Brokers? Garantiert er zum Beispiel dass alle Trades innerhalb von einer Sekunde ausgeführt werden?
  • Können Sie auch kleinere Einheiten handeln? Wenn Sie ein Beginner sind, sollten Sie nicht gleich €100.000 oder mehr handeln.
  • Versorgt Sie der Broker mit allen marktbewegenden Nachrichten?
  • Wie ist die Trading-Plattform Ihres Brokers?
  • Können Sie den Heben flexibel und unkompliziert bestimmen und auch später ändern

Mit diesen Kriterien sollten Sie in der Lage sein im Broker – Dschungel den für Ihre Ansprüche geeigneten Anbieter auszusuchen. Dieser Wahl kommt eine enorme Bedeutung zu, denn ohne dem richtigen Werkzeug ist es unmöglich an den höchst kompetitiven globalen FX-Märkten erfolgreich zu bestehen. Nicht mal Sebastian Vettl hätte in einem Sauber Team nur annähernd die Möglichkeit um den Formel-1 Weltmeistertitel zu kämpfen. Daher müssen Sie bei der Wahl des geeigneten Anbieters die höchsten Ansprüche stellen!

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Fazit

Im dritten Artikel zum Thema – Was ist Trading? – haben wir Ihnen gezeigt wer die Teilnehmer am globalen Devisenhandel sind, wie man die besten Handelszeiten bestimmen kann, welche Begriffe man auf jeden Fall kennen sollte um das FX-Trading ernsthaft verfolgen zu können und welche Kriterien Sie bei der Wahl Ihres Brokers beachten sollten. Im letzten Teil dieser Serie werden wir Ihnen jede Menge sinnvoller Tipps aus der Praxis geben, wie Sie nachhaltig am Devisenhandel erfolgreich partizipieren können.

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Hier kommen Sie zur 4-teiligen Artikelserie über: Geld verdienen mit Trading

Teil 1 – Was ist Trading

Teil 2 – Geld verdienen mit Forex-Trading

Teil 3 – Beste Handelszeiten / Big-Player / Trader-Typ / Beispiele

Teil 4 – Ziele / Ratschläge / Vorbereitung / Analyse

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