Trendlinienanalyse

By on November 1, 2017

In der Charttechnik bezeichnet man Verbindungen von hervorstechenden Hoch- und Tiefpunkten im Bereich des Kursverlaufes als Trendlinie. Diese Verbindungen sind imaginär und sind enorm hilfreich. Mit Hilfe von Trendlinien kann man den Trendverlauf auf der oberen und unteren Seite in einem festen Bereich eingrenzen. Auf diese Art und Weise erhält man bereits zu seinem frühzeitigem Zeitpunkt Signale und kann die entsprechenden Maßnahmen treffen.

 

Trendierende Bewegungen – eine durchaus komplexe Angelegenheit

Das Erfassen von trendierenden Bewegungen ist eine komplexe Angelegenheit. Eine nützliche Methode um diese Erfassung vorzunehmen, ist der Einsatz von den Trendlinien. Dabei ist das grundsätzliche Prinzip so simpel wie einfach. Zunächst einmal unterscheiden sich die Bewegungen bei Auf- und Abwärts. Bei einer Aufwärtsbewegung werden die marktrelevanten, markanten Punkte des Reaktionstiefs miteinander verbunden. Diese Chartlinie wird anschließend bis an das Ende oder darüber hinaus verlängert.

Bei einem Abwärtstrend ist dies jedoch nicht so. Das Verhalten ist komplett anders. Hierbei werden die Extrempunkte des Hochs miteinander verbunden. Diese Verbindungen sind wie eingangs bereits erwähnt sehr wichtig.

Unter gewissen Umständen kann man bei einem Aufwärtstrend eine externe Trendlinie einbringen. Im künftigen Verlauf kann diese Linie als Unterstützung angesehen werden. Sind der Markt sowie der Trend intakt, kann man im Bereich der Trendlinie für eine Gegenbewegung sorgen. Dies kann man mit Hilfe einer Korrektur ermöglichen. Diese wiederum ist Startpunkt für eine erneute Aufnahme der primären Aufwärtsbewegung.

Im Prinzip gilt diese Methode auch im Bereich der Abwärtstrendlinien. Sobald der Markt in einer Erholungsphase drinsteckt, beginnt der Bereich einer essentiellen Abwärtstrendlinie. Zu diesem Zeitpunkt ist dann die Wiederaufnahme gegeben und die Bewegung erhält Unterstützung. Je mehr Auflagepunkte in den Trendlinien drin sind, umso stärker ist die Unterstützung.

In vielen Fällen gibt es Trendlinien auf Grundlage von lediglich zwei Auflagepunkten. Diese sollte man als Trader in jedem Fall durch einen weiteren Auflagepunkt bestätigen. Dieser dritte Punkt kann in Zukunft als Einstiegspunkt betrachtet werden. Geht eine Trendlinie dagegen zu Bruch, so ist dies ein Indiz für das Ende des bisherigen Trends.

Achten Sie aber bitte darauf, dass es unter Umständen nur wenig sinnvoll ist, die Trendlinien zu genau zu verwenden. Ziemlich häufig kommt es bei der Trendlinie zu temporären leichten Brüchen und Unterschreitungen, im Anschluss daran wird dann wiedergekauft. Es bietet sich also an, nicht bei geringfügigen Verletzungen der Trendlinie zu agieren oder auf den exakten Kursstand zu setzen.  Ein nachhaltiger Bruch zwingt den Trader dann jedoch zum Handeln. Auch über den Begriff Nachhaltigkeit gibt es sicher unterschiedliche Auffassungen. So können Sie abwarten bis ein Trendbruch auf Schlusskursbasis des betrachteten Zeitraumes um mehr als drei Prozentpunkte erfolgt oder die Trendlinie von drei Schlusskursen unterschritten wird. Dabei ist auch wichtig wie dynamisch die Bewegung ist. Sie sollten Positionen glattstellen, wenn der Kursverlauf der Trendlinie bei hohem Volumen sofort klar unterschreitet. Als Trader achtet man immer besonders auf von Volumen getriebene dynamische Bewegungen.

Wenn sich der Kurs im Bezug zum Kursverlauf der Trendlinie langsam nähert, sieht es wieder anders aus. Als Einstiegssignal ist es zu sehen, wenn der Kurs bei steigendem Volumen an der Trendlinie abprallt. Eine sehr subjektive Angelegenheit ist darüber hinaus das Einzeichnen der Trendlinien, sie kann zum Beispiel anhand der Extrempunkte des Reaktionstiefs eingezeichnet werden. Es kommt aber eben auch häufig vor, dass der Markt Reaktionstiefs ausbildet die leicht unterhalb oder oberhalb der ursprünglichen Trendlinie liegen. Das bedeutet, dass Sie die Trendlinie möglichst vermitteln sollten, um ein genaueres Unterstützungsniveau für nachfolgende Reaktionstiefs zu haben.

 

Es gibt drei Regeln für die Signifikanz von Trendlinien:

  1. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Trend weiter fortsetzt ist niedriger, je stärker der Neigungswinkel (abwärts oder aufwärts gerichteter) der Trendlinien ist.
  2. Wenn eine lange Trendlinie gebrochen wird, steigt die Signifikanz an. Wenn Sie dabei bedenken, dass die Trendlinie den Trend reflektiert, ist das logisch. Dabei ist zu beachten, dass eine mehrere Jahre lange Trendlinie einen extensiven Trend wiederspiegelt.  Der Bruch einer solchen Linie besitzt eine größere Auswirkung, wie zum Beispiel der Bruch einer drei wöchigen Linie.
  3. Wenn so eine Trendlinie öfter an getestet wurde und dabei gehalten hat, besitzt Sie ebenfalls eine größere Signifikanz. Von einer Trendlinie mit einem dynamischen Level von Unterstützung und Widerstand spricht man, wenn von dieser Trendlinie mehrere Aufwärtsbewegungen ausgegangen sind. Das Gleiche gilt, wenn an dieser Trendlinie mehrere korrekte Kursbewegungen beendet wurden. Der Bruch einer solchen Trendlinie ist in diesem Sinne auch eine Penetration signifikanter Unterstützungen oder Widerstände.

Die Funktion kehrt sich um, wenn so eine Trendlinie gebrochen wird. Nach einem Trendbruch einer Aufwärtslinie, die als Unterstützung fungierte, wird ein Widerstand.  Das umgekehrte passiert mit einer Abwärtslinie, aus Ihr wird nach einem nachhaltigen Ausbruch nach oben im Anschluss eine Unterstützung. Eine Kaufmöglichkeit ist dann gegeben, wenn der Kursverlauf sich der Trendlinie anschließend erneut nähert.  Die außen an den Kursverlauf gelegten Extrempunkte beschreiben die Trendlinien relativ leicht ersichtlich.  Im Kursverlauf lassen sich Trendlinien lokalisieren, die durch die Marktbewegung schneiden, das bezeichnet man als innere Trendlinien. Hier kann der Trader die beinhalteten Trendlinien ebenfalls für den weiteren Kursverlauf Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus nutzen.

 

Zur Verdeutlichung anbei noch ein Beispiel:

Während der Jahre 2004 bis 2007 konnte der DAX enorm zulegen. Erst während des Jahrs 2007 selbst wurde der Monatsschlusskurs durchbrochen und auf diese Art und Weise der Aufwärtstrend beendet. Anschließend begann die mit Abstand schwierigste Phase des Dax. Die kommenden 2 Jahre waren von einem massiven Abwärtstrend bestimmt. Der Kurs fiel konstant nach unten und dies ging weiter bis 2009. Der Wechsel in Richtung Aufwärtstrend begann erst Mitte des Jahres und ging bis 2011. Das Ende der scharfen Korrektur im Sommer 2011 war der Beginn einer Hochzeit vom Dax. Seit 2011 steigt der nämlich wieder konstant an. Dabei ist die Aufwärtstrendlinie signifikant hoch und das aufgrund von den zahlreichen Auflagepunkten. Dagegen ist die Aufwärtsbewegung intakt.

Unterstützungslinien sind enorm wichtig. Vor allen Dingen die drei Regeln im Bereich der Trendlinien sind ein enorm wichtiger Indikator. Im Bereich der Charttechnik stellen Verbindungen von Hoch- und Tiefpunkten Trendlinien dar. Auf diese Art und Weise können Trader den Trendverlauf eingrenzen.

Die Charttechnik ist enorm wichtig, hilft Tradern beim Traden und ist unerlässlich. Der Dax kennt sich mit den Auf- und Abwärtstrend bestens aus und war davon während der Jahre 2004 bis 2011 in beiden Sichten davon betroffen.

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